Viten, Wunder und Legenden

Austellung zum 70-jährigen Jubiläum des Ikonen-Museums

18. Juli bis 8. November 2026

Hinter jeder Ikone steht eine Geschichte. Sie erzählen von Himmel und Erde, Leben und Tod, Erlösung und Verdammnis. Sie erzählen, wie Gott wohl sein könnte. Sie erzählen auch vom unvollkommenen Menschen und seinem Streben nach Vollkommenheit: Frauen und Männer, die den Neuanfang wagten, sich von irdischen Bindungen lösten und aufgrund ihrer Suche nach einem gottgefälligen Leben schließlich als Heilige verehrt wurden. Ihre Lebensbeschreibungen wurden mit legendären Ereignissen und Wundergeschichten ausgeschmückt, die ihre enge Beziehung zu Gott und ihre himmlische Kraft zum Ausdruck brachten. 

In unserer Ausstellung widmen wir uns Ikonen, die solche Geschichten in narrativen Bildsequenzen zeigen. Häufig geschieht dies in Form eines Bilderzyklus auf dem Rand einer Ikone, der um die zentral dargestellte Heiligenfigur herum verläuft: Mit klar abgegrenzten Bildfeldern und oft mit erklärenden Texten versehen, erinnern diese Zyklen an moderne Comics. Sie berühren Themen und Fragen, die bis heute relevant sind: Was bedeuten Herkunft und soziale Stellung? Wie bewahrt man Zuversicht angesichts von Krisen und Herausforderungen? Wie lassen sich Gut und Böse unterscheiden? Wie führt man ein gutes Leben? Ihre Funktion ist also nicht nur narrativ; die Ikone soll nicht nur die biblische Geschichte oder hagiografische Legende abbilden, sondern den Menschen zum Nachdenken über die eigene irdische Existenz anregen.

Darüber hinaus erzählen die Ikonen „einfach gute Geschichten“: Männer und Frauen beweisen Heldenmut, leisten selbstlos Hilfe in Notsituationen und widerstehen den Verlockungen des Bösen bis in den Tod. Andere ziehen sich aus der Welt zurück und verbringen ein Leben in der Wildnis oder im Kloster. Einige Ereignisse aus ihren Geschichten sind vertraut: Georg besiegt den Drachen und rettet die Prinzessin, Nikolaus hilft den Armen, Barbara versteckt sich unter Tage, Lots Frau erstarrt zur Salzsäule. Anderes erscheint auf den ersten Blick mysteriös: Ikonen, die übers Wasser wandeln, Heilige auf Säulen, Mönche, die auf krallenbewehrten Pferden reiten - und wer genau hinschaut, stellt fest: Der Teufel trägt Prada. So fantastisch einige Geschichten bisweilen anmuten, so verfolgen sie die doch alle dasselbe Ziel: Zu erzählen, was wichtig ist - erstaunlich, emotional und oft von überraschender Aktualität.

Die Ausstellung umfasst 44 russische und griechische Ikonen vom 17. bis 19. Jahrhundert.
Von ihnen stammen 17 aus der Sammlung des Ikonen-Museums. Die übrigen Exponate
sind Leihgaben aus deutschen und niederländischen Privatsammlungen.

Die Ausstellung wird am 18. Juli um 16 Uhr durch Bürgermeister Axel Tschersich feierlich
in der Kirche St. Peter eröffnet (gegenüber dem Ikonen-Museum). Musikalische Begleitung:
Al-Kalima-Chor, Bochum (Leitung: Jean Achji)

Rechts:
Hl. Georg mit Szenen aus seinem Leben (Griechisch, 1806), niederländische Privatsammlung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Öffnungszeiten
Preise
* Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Gruppen ab 10 Personen, Inhaber*innen des Recklinghausen Passes bzw. ein entsprechender Ausweis anderer Gemeinden, Inhaber*innen der Ehrenamtskarte NRW. ** Gilt nicht für Besuchergruppen mit gebuchter Führung
Das Ikonen-Museum ist barrierefrei zugänglich.

Führungen
Die öffentlichen Führungen sind kostenfrei, es muss lediglich das Eintrittsgeld entrichtet werden.

Die Kosten für eine gebuchte Führung betragen 55,- Euro pro Gruppe (max. 15 Personen). Anmeldung unter Telefon (02361) 50 19 41.
Anschrift
Anfahrt
Das Ikonen-Museum liegt in der verkehrsberuhigten Innenstadt gegenüber dem Turm der Petruskirche. Parkhäuser sind fußläufig erreichbar (Augustinessenstraße 2; Tiefgarage Krim der Sparkasse Vest Recklinghausen am Herzogswall 5).