Aufbau der Sammlung

Zahlreiche Einzelstücke und ganze Sammlungen kamen in den nächsten Jahren hinzu. 1957 wurden zehn Ikonen aus der Kollektion der damals in New York lebenden österreichischen Kunsthistorikerin Dr. Fannina Halle (1881–1963) erworben, die früher dem Ikonenforscher Prof. Dmitrij Ajnalov (1862–1939) gehört hatten. 1962 kamen drei großformatige Ikonen aus dem Besitz von Hans-Heinrich von Herwarth von Bittenfeld (1904–1999) in das Museum, die zu den absoluten Spitzenwerken der russischen Ikonenmalerei des 16. Jahrhunderts gehören: ein Jahreskalender auf zwei Tafeln, der alle Heiligen und Festtage des gesamten orthodoxen Kirchenjahres in genauer Datenfolge zeigt, und eine monumentale Ikone der Höllenfahrt Christi.

Mit finanzieller Unterstützung des Westdeutschen Rundfunks (WDR) gelang dann 1965 der Ankauf des 50 Ikonen umfassenden Nachlasses des russischen Kunsthändlers Alexandre Popoff (1885–1965), der nach der Oktoberrevolution nach Paris emigriert war. Auch unter diesen Ikonen gab es zahlreiche herausragende Stücke: Eine Petrusikone der Novgoroder Schule des späten 15. Jahrhunderts etwa, die aus der Deesisreihe einer Ikonostase stammt, oder eine großformatige Ikone der heiligen Konstantin und Helena mit Agathe.

Die genannten Sammlungen, die in den ersten zehn Jahren erworben werden konnten, bestanden zwar aussschließlich aus russischen Ikonen, doch die Sammeltätigkeit des Museums beschränkte sich keineswegs nur auf Ikonen einer Provenienz. Dadurch unterscheidet sich das Ikonen-Museum Recklinghausen von fast allen anderen Museen ostkirchlicher Kunst, in denen entweder russische oder griechische Ikonen ausgestellt sind, während die Besucher in Recklinghausen einen Einblick in die ganze Bandbreite der Ikonenkunst erhalten können.

Seit dem Ende der sechziger Jahre wurde die Sammlung außerdem um rumänische Hinterglasikonen erweitert, nachdem 1966 eine Ausstellung dieser im 18. und 19. Jahrhundert in leuchtenden Farben gemalten volkstümlichen Heiligenbilder aus Siebenbürgen in der Kunsthalle gezeigt worden war. Die Kollektion umfasst inzwischen 88 Werke.

Außerdem beheimatet das Ikonen-Museum seit den 1960er Jahren eine Koptische Sammlung: Mumienporträts, Architekturfragmente, Grabstatuen, Objekte aus Ton, Bronze und Glas dokumentieren den Übergang von der heidnischen zur christlichen Kunst. Die Sammlung spätantiker und christlicher Werke aus Ägypten gehört zu den bedeutendsten in Deutschland.

Öffnungszeiten
Preise
* Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Gruppen ab 10 Personen, Inhaber*innen des Recklinghausen Passes bzw. ein entsprechender Ausweis anderer Gemeinden, Inhaber*innen der Ehrenamtskarte NRW.
Das Ikonen-Museum ist barrierefrei zugänglich.

Führungen
Die öffentlichen Führungen sind kostenfrei, es muss lediglich das Eintrittsgeld entrichtet werden.

Die Kosten für eine gebuchte Führung betragen 55,- Euro pro Gruppe (max. 15 Personen). Anmeldung unter Telefon (02361) 50 19 41.
Anschrift
Anfahrt
Das Ikonen-Museum liegt in der verkehrsberuhigten Innenstadt gegenüber dem Turm der Petruskirche.