Festtagsikonen

Die wichtigsten Kirchenfeste sind Thema der Ikonen im nächsten Raum. Eine „Geburt Christi“ und die „Verklärung auf dem Berg Tabor“, beides kretische Ikonen des 16. Jahrhunderts, sind hier ebenso zu finden wie die älteste auf Holz gemalte Ikone im Ikonen-Museum Recklinghausen, die in den Anfang des 14. Jahrhunderts datiert werden kann. Sie stellt das „Entschlafen der Muttergottes“ dar. Nur sehr wenige Ikonen sind aus dieser frühen Zeit erhalten geblieben. Das Fest des Entschlafens der Muttergottes ist das bedeutendste Marienfest der Ostkirche, obwohl es sich nicht auf Berichte der Evangelien stützen kann. Quellen für die bildliche Ausgestaltung des Themas sind apokryphe Erzählungen und Homilien. Da die orthodoxe Kirche der Vorstellung von der leiblichen Himmelfahrt Mariä distanziert gegenübersteht, liegt das Hauptgewicht auf der Darstellung von der Aufnahme der Seele der Muttergottes in den Himmel. Im Zentrum erscheint Christus hinter dem Bett mit der toten Maria in einer bläulichen Mandorla. Auf seinem Arm hält er die in Form eines Wickelkindes mit Heiligenschein dargestellte Seele seiner Mutter, um sie den Engeln zu übergeben. Das Fest des Entschlafens der Muttergottes wurde zuerst unter wechselnden Daten gefeiert, bis der Termin vom byzantinischen Kaiser Maurikios um das Jahr 600 endgültig auf den 15. August festgesetzt wurde.

Das Osterfest ist der Höhepunkt des liturgischen Jahres, somit kommt der Osterikone ein zentraler Platz in der Ausschmückung der Kirchen mit Wandmalereien oder Mosaiken und in den Ikonostasen zu. Das Osterbild der orthodoxen Kirche zeigt die im Glaubensbekenntnis erwähnte Hadesfahrt, den Abstieg Christi in das Reich des Todes, als zentralen Moment des Sieges über den Tod und die Hölle. Auf der großformatigen Osterikone im Ikonen-Museum Recklinghausen erscheint Christus in einem strahlend weißen Gewand. Er steht auf den über Kreuz gelegten Flügeln der Höllenpforte, deren geborstene Schlüssel und Schlösser in das Dunkel des Hades hinab fallen. Christus ergreift mit seiner rechten Hand Adam am Handgelenk und zieht ihn aus dem Grab. Rechts kniet die Urmutter Eva in einem roten Gewand hinter Christus und erhebt betend ihre ehrfürchtig verhüllten Hände. Die stark überlängten Figuren mit kleinen Köpfen und die helle Farbpalette sind charakteristisch für die russische Malerei des beginnenden 16. Jahrhunderts.

Öffnungszeiten
Preise
* Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Gruppen ab 10 Personen, Inhaber*innen des Recklinghausen Passes bzw. ein entsprechender Ausweis anderer Gemeinden, Inhaber*innen der Ehrenamtskarte NRW.
Das Ikonen-Museum ist barrierefrei zugänglich.

Führungen
Die öffentlichen Führungen sind kostenfrei, es muss lediglich das Eintrittsgeld entrichtet werden.

Die Kosten für eine gebuchte Führung betragen 55,- Euro pro Gruppe (max. 15 Personen). Anmeldung unter Telefon (02361) 50 19 41.
Anschrift
Anfahrt
Das Ikonen-Museum liegt in der verkehrsberuhigten Innenstadt gegenüber dem Turm der Petruskirche.